Hallo liebe MitschülerInnen,

wir sprechen im Unterricht oft von Emotionen. Bei dieser Gelegenheit würde ich gerne ein paar Zeilen über meine Emotionen schreiben. 

Begeisterung ist dabei das erste Wort, dass mir im Zusammenhang mit dem Training in unserer Kampfkunstakademie einfällt. Egal ob Tai Chi oder Qi Gong oder auch „nur“ Theorie. Es tut einfach nur gut, dabei sein zu dürfen.

Die Motivation, die reinen Bewegungsabläufe zu können, ist dabei natürlich riesig groß.  So geht es aber wahrscheinlich jedem Anfänger. Die eigentliche Motivation besteht aber hauptsächlich darin, die inneren Bewegungen erst einmal zu verstehen und dann auch auszuführen. Besonders interressant finde ich, dass ich diese Motivation/das Interesse auch bei denen sehe, die schon deutlich länger dabei sind. Schön zu wissen, dass das Training nie einfach nur Routine werden kann. Es ist faszinierend, wie facettenreich jede einzelne Bewegung sein kann. Ich glaube, das macht das Training hier auch so Besonders. Es scheint, dass der Lernprozess hier immer weiter geht oder immer wieder neu angekurbelt wird.  

Eine weitere Emotion, die mir hier einfällt ist das Glücksgefühl, dass der Unterricht bei mir auslöst. Jeder kleine Erfolg, dazu zähle ich auch die Fehler, die ich erkenne bzw. darauf hingewiesen werde. Unabhängig davon, ob ich sie korrigieren kann oder nicht. Aber das Wissen darum, ist für mich schon ein Erfolg und macht mich seltsamerweise glücklich. Es motiviert mich enorm, den Fehler oder das mangelnde Wissen zu beheben und die Bewegungen richtig zu verstehen. Das ist eine treibende Kraft, die mich voran bringt. Und für dieses Glücksgefühl, bin ich sehr dankbar.

Dass ich mal sagen würde, ich bin dankbar über die Möglichkeit, hier zu trainieren, hätte ich nicht gedacht (Fragt mal einen aus dem FitX, ob er dankbar ist, dass er dort trainieren darf, der würde sicher blöd gucken). Wie wahrscheinlich die allermeisten Neulinge, wollte ich einfach nur ein bisschen Sport machen und „was für den Körper“ tun 😊. Aber nach und nach merkte ich, wie glücklich ich zuhause ankam. Auf die Frage, „wie war es denn heute im Training?“, grinste ich (und auch heute noch) über das ganze Gesicht. Meine Antwort auf die Frage lautet übrigens immer: suuuper, ich hab was Neues gelernt. 

Egal wie „schlecht/falsch“ meine Bewegungen im Unterricht ausgesehen und für mich angefühlt haben, bin ich noch nie mit einem schlechten Gefühl rausgegangen. Es ist für mich immer klar, dass ich einfach nur weitermachen muss. Es wird auf jeden Fall irgendwann klappen…

Bei der Gelegenheit möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die so hilfsbereit waren und mit einer Engelsgeduld mit mir trainiert haben. Ich weiß das sehr zu schätzen!

Ich wünsche euch allen mindestens ähnliche Emotionen, weil es einfach nur gut tut.

Jing Li  

Eure Mitschülerin Yil