Kampfkunst

Der Begriff Kampfkunst beinhaltet zwei Aspekte:  Kampf und Kunst.  Was bedeutet Kampf? Solange man lebt, ist man ständigen Veränderungen  und Anforderungen ausgesetzt. Das ist das grundlegende Lebensprinzip, mit dem man sich auseinandersetzen muss, um sein Leben gestalten zu können. Vor allem möchte man ein gesundes Leben führen und glücklich sein. All diese Dinge erfordern den Einsatz von Energie. Manchmal ist man erschöpft, müde und hat keine Energie; und trotzdem muss das Leben weitergehen. Das allein bedeutet schon Kampf, Lebenskampf. Deshalb ist es wichtig zu lernen, wie man sein Leben konstruktiv gestaltet, d.h. mit seiner Energie gut haushaltet und sie konstruktiv nutzt, sich auch gegen negative Energie, die einen krankmachen will, schützt. Und hier kommt der zweite Aspekt ins Spiel: die Kunst. Die Kunst, mit seinen Energien gut zu haushalten. Die Kunst ist ein geistig-seelischer Prozess, der einem hilft, das Positive zu sehen und sich mit seinem Innenweltsystem in Verbindung zu bringen; mit sich selbst in Frieden zu kommen und in Frieden zu leben. Man muss lernen, die hohen Anforderungen, die von außen auf einen zukommen, richtig zu dosieren und für sich selbst das richtige Maß zu finden und seinen Lebensweg zu meistern und sich nicht von Ansprüchen von außen auffressen zu lassen. Die Kunst besteht darin, das Gleichgewicht im Leben zu finden.

Die hohe Schule der Kampfkunst

Ausbildung in der Kunst des Kämpfens in Theorie und Praxis

KAMPFSKUNSTPRINZIP

Die Schülerinnen und Schüler folgen dem Unterrichtsprinzip, um so lernen zu können. Es steht das Prinzip an vorderster Stelle!

Wenn die/der Lernende dem Prinzip aufgrund ihrer/seiner eigenen Wahrnehmung nicht folgen kann, da sie/er viele andere Dinge durch die allgemeinen Umweltreize zu verarbeiten hat, bedeutet dies, dass sie/er nicht „leer“ ist, um folgen zu können. Und aus diesem Grunde ist es wichtig, sich an dem Kampfkunstprinzip zu orientieren.

BEISPIEL:

Befinden sich zehn Personen in einer Gruppe, welche das Kämpfen erlernen wollen, dabei nicht das Lernprinzip berücksichtigen, sondern jeder nur seine eigene Wahrnehmung sieht, so bedeutet dies, dass zehn einzelne Personen und nicht mehr die Gruppe lernt. Diese Haltung ruft nur den Kampf hervor und der Lernprozess ist gestört. Die ausschließlich eigene Wahrnehmung führt dazu, sein Verhalten schützen zu wollen und der/die Schüler/in kommt so mit den anderen automatisch in Konkurrenzkampf, Rivalität, Wettbewerb und Machtkampf. Das Ergebnis aus diesem eigenen Wahrnehmungsverhalten ist null. Lernerfolg null. Lernprozess null. Diese Wahrnehmung basiert auf der Deutung und der persönlichen Bewertung. Das Prinzip aber soll frei sein von Deutung und Bewertung.

Vor dem Übergang in das eigentliche Kampftraining muss die/der Lernende spezielle Qigong-Übungen, welche auf den Kampf ausgerichtet sind, trainieren und praktizieren, um zunächst seinen körpereigenen Schutzmechanismus zu aktivieren und zu stärken. Dieser Schutzmechanismus umfasst das eigene Immunsystem und sämtliche Organe des Körpers. Er darf nicht mit dem Abwehrmechanismus verwechselt werden. Der Abwehrmechanismus basiert auf Angst, erzeugt körperliche und geistige Blockaden und hindert den/die Kämpfer/in daran, die Führung im Kampf zu übernehmen. Ein trainierter Schutzmechanismus dagegen ist in der Lage, Angriffe jeder Art von außen aufzufangen, auszugleichen und dann abzuleiten. 

KAMPFTRAINING 

Um erfolgreiches Kampftraining zu leisten, muss die/der Lernende sich zunächst fragen: Was will ich? Will ich trainiert werden oder schon kämpfen? Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst geklärt werden, was der Begriff „Training“ bedeutet. 

Der Begriff „Training“ oder „das trainieren“ steht allgemein für alle Prozesse, die eine verändernde Entwicklung hervorrufen. Das heißt, unsere bisherigen Verhaltensweisen zu überdenken, nicht darin zu verharren und so Veränderungen zu bewirken.

Wie verhalte ich mich im Kampf? 

Wie wird zunächst „Verhalten“ definiert? 

Verhalten ist ein Zentralbegriff der Verhaltensbiologie. Er bezieht sich auf alle äußerlich wahrnehmbaren und daher auch mit technischen Hilfsmitteln erfassbaren, aktiven Veränderungen, Bewegungen, Stellungen, Körperhaltungen usw. eines Menschen oder Tieres. 

Daraus ist ersichtlich, wie entscheidend das Verhalten im Kampf ist. Ich kann mich z.B. im Nahkampf nicht so verhalten wie in der Weitdistanz. Als Kämpfer/in muss ich mich somit mit den Verhaltensregeln des Kampfprinzips vertraut machen.