Meine persönlichen Erfahrungen mit der körperorientierten Energiearbeit in der KKA

Ich hatte das Gefühl, über alles die Kontrolle behalten zu müssen. Dadurch ergaben sich störende Gedanken über Kontrolle.

Für mich bedeutete Kontrolle gleich Sicherheit. Verlor ich die Kontrolle im Alltag, führte das bei mir zu Unsicherheit und Ärger über mich selbst, weil geplante Dinge nicht nach meinen Vorstellungen abgelaufen sind.

Das hatte zur Folge, dass ich öfter im Bereich von Nacken und Schulter starke Verspannungen hatte, die zu Kopfschmerzen führten. Darüber hinaus war ich in der Hüfte und im Becken in meiner Beweglichkeit stark eingeschränkt und steif.

 In der Arbeit mit Tai Chi und Qi-Gong und der Auseinandersetzung mit meinem Shifu zeigte sich das in meinen Bewegungen deutlich. Sie wirkten hart, abgehackt und statisch. Ähnlich wie meine Gedanken. Mein Shifu hat mich beharrlich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, die Bewegungen in der Tai Chi Form weicher und fließender auszuführen und meine Gedanken loszulassen. Dabei vermittelte er mir die grundlegenden Strukturen, um dies auch umsetzen zu können.

Durch die langjährige Arbeit und Auseinandersetzung mit meinem Shifu und dessen Korrekturen sind meine Bewegungen nun mittlerweile weicher und fließender. Ich habe gelernt, meine Gedanken loszulassen, das führt bei mir zu mehr Gelassenheit,  Spontanität, Kreativität und schließlich auch zu mehr Selbstsicherheit. Ich fühle mich freier und lebe mehr in Frieden mit mir selbst und bin nicht länger Sklave meiner Gedanken. 

Davon profitiere ich deutlich in meinem Arbeitsalltag, da ich mit sich ändernden Gegebenheiten jetzt viel gelassener umgehe und nicht mehr das Gefühl habe, die Kontrolle zu verlieren bzw. nicht mehr enttäuscht bin, wenn mein Plan nicht aufgeht; dadurch kann ich jetzt flexibel und spontan auf Veränderungen reagieren. Darüber hinaus habe ich jetzt viel seltener Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich und bin viel beweglicher in meiner Hüfte und dem Becken. 

Ich habe gelernt, dass ich nicht allen meinen Gedanken Glauben schenken muss, weil manche mich in meiner Entwicklung stören können.

Tudi Jörg